Wilhelmshavener Zeitung August 2014

Studie: Forscher schauen Familien auf den Mund

Wilhelmshavener Zeitung, 13. August 2014

Es ist nicht so, dass Leana Winter keinen Geschmack an dem finden würde, was neudeutsch als Fastfood in aller Munde speziell der jungen Generation ist. Aber die gerade zwölf Jahre alt gewordene Schülerin ernährt sich in der Regel doch sehr gesund; dafür sorgt schon Mutter Irina: "Bei uns gibt es viel Vegetarisches, Salate, Gemüse und eher wenig Fleisch."

Die Familie lässt sich dabei genau in den Kochtopf schauen: Sie nimmt an einer von der EU geförderten europaweiten Studie teil, bei der es um die Einflüsse auf Ernährung, Lebensstil und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern geht. Die I.Family-Studie ist die Fortsetzung der IDEFICS-Studie von 2007 bis 2011, der europaweit größten Studie zur Erforschung von Übergewicht bei zwei- bis zehnjährigen Kindern. Daran hatte Familie Winter ebenfalls teilgenommen und macht jetzt wieder gerne mit.

Die 2.000 deutschen Teilnehmer kamen aus Wilhelmshaven und Delmenhorst, weitere 14.000 Kinder halfen Forschern in Schweden, Spanien, Italien, Ungarn, Estland, Zypern und Belgien, Erkenntnisse zu gewinnen. Aus diesem Kreis stammen die Teilnehmer an der I.Family-Studie, die sich auf Kinder im Übergang zum Jugendlichen, sogenannten Teens, konzentriert.

Die Forschungsergebnisse sollen in politische Initiativen auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene münden, um gesündere Lebensweisen zu fördern. In Deutschland koordinieren die Universität Bremen und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS das Langzeitprojekt.

Text: Ulrich Müller-Heinck. Mit freundlicher Genehmigung der Wilhelmshavener Zeitung.